Die Chronik von

Die Chronik von Eigenrode

Kurzfassung

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zusammengetragen von unserem Ortsbürgermeister

Thomas Keilholz

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Eigenrode liegt acht Kilometer nördlich von Mühlhausen.

Die Höhe beträgt ca. 370 m über dem Meeresspiegel.

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Das heutige Eigenrode ist eine sehr junge Siedlung, erbaut Anfang des 16. Jahrhundert. Wir haben heute (2017) 288 Einwohner.

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Die Vorgeschichte unseres Ortes beginnt in der alten Siedlung Eichenroda, das im Jahr 1246 erstmalig urkundlich erwähnt wurde. Es lag nördlich des heutigen Dorfes, südlich des Waldes Schalcherod (Sollstedter Wald).

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Anfang des 14.Jh. erwarb die Stadt Mühlhausen die Dörfer Eichenroda und das in der Nähe liegende Ebelroda zwischen dem heutigen Eigenrode und Kaisershagen. Ein großer Teil der Dörfer, die damals zur Stadt gehörten, sind längst nicht mehr vorhanden, sie sind über die Jahre verlassen und zu Wüstungen geworden. So verschwanden über die Zeit über 60 Dörfer um Mühlhausen. Zu manchen gehörte auch eine Kirche mit Kirchturm, in dem  Glocken hingen. Die Kirchen blieben oft noch lange nach der Aufgabe des Ortes bestehen. Vielfach dienten die Kirchtürme der Wüstungen als Warten. Um Mühlhausen vor Überfällen zu schützen wurde um 1350 der Landgraben angelegt, der eine Gesamtlänge von 26 km aufweist.  Die Umgebung von Eigenrode weist mehrere Wüstungen auf. Ziemlich sicher scheint, dass nordöstlich vom jetzigen Dorf ein älteres Eigenrode (Eichenroda), südlich davon Hunderode oder Ungerode, in der Mitte zwischen Eigenrode und Kaisershagen Ebelrode und etwas weiter nordöstlich Bergsee lagen. Weiter südlich Tutensoda auf dem Weg nach Reiser. Von Ebelrode ist bekannt, dass von dort 1425 zwei Glocken in die Allerheiligenkirche nach Mühlhausen kamen. Das alte Eichenroda (Eichelroda) wird zuerst im Jahre 1309 im Zusammenhang mit dem Sühnevertrag zwischen der Stadt Mühlhausen und dem Braunschweiger Vogt Bertold Fuchs erwähnt. Etwa um 1400 ging Eichenroda unter. Um 1545 wurde Eigenrode auf Anordnung des Schösser’s (Steuereintreibers des Landesherren) Christian Schmidt aus den alten Ruinensiedlungen Ebelrode und Eichenroda am heutigem Standort neu erbaut.1562 oder 1582 wurde der Kirchturm von Ebelroda abgebrochen. Der Altar und der Taufstein kamen nach Eigenrode (Quelle Altenburgchronik).

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Eigenrode wurde im damaligen Verteidigungsstil, Haus an Haus erbaut, Scheunen und Stallungen baute man rückseits an die Wohnhäuser zum Ortsrand.

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Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Eigenrode ist die Taufe des Kindes Valentin Rinkents, am 4.Juni 1545 durch den Küster von Kaisershagen Martin Fütterer, der später Schreiber in Eigenrode wurde. Er legte Erbbücher und Register über die gesamte Flur an.

1548

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1565

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1692

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1772

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1827

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1846 / 47

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1863

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1873

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1880

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1910

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1911

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1914

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1915 - 1916

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1920

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1921

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1923

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1923 /24

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1933

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1935

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1942

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1945

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1952

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1965

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1976

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1976

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1991

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1992

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1994

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1999

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2006

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2007

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2008

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2010

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2012

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2015

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2015

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2015

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2016

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2017

wurde die erste katholische Kirche erbaut. In diesem Jahr zählte Eigenrode 34 Einwohner

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werden Eigenrode und Sollstedt reformiert und sind ab sofort evangelisch. 

In diesem Jahr hatte der junge Ort 148 Einwohner. 

Der erste Pfarrer war Justus Pflaume von 1565 bis 1578. 

Vor dem Pestjahr 1611 lebten in Eigenrode bereits 264 Bewohner, doch 80 Einwohner starben, als die Pest von 1611 bis 1614 hier wütete.                               

Auch vom 30-jährigen Krieg (1618-1648) blieb Eigenrode nicht verschont. Dieser forderte in unserem Ort, außer Bränden und Verwüstungen an Gebäuden, auch 130 Menschenleben.

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wurde ein Turm an die Kirche angebaut.

Die Kirchenmauer, die die Kirche umschloss und gleichzeitig Begräbnisstättewar, wurde aus den Steinen der abgebrochen Kirche der zerstörten Dörfer Eichenroda und Ebelrode aufgebaut. Sie war zwei Meter hoch. 

Um 1833 richtete man sie nach Baufälligkeit erneut auf, jedoch nicht mehr so hoch. Über 100 Jahre später, nach dem 2.Weltkrieg, wurden die Reste der Mauer weggerissen und durch einen einfachen Jägerzaun ersetzt.

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Zurück ins 18.Jahrhundert.

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wurde der Pfarrer Andreas Fritschler in sein Amt eingeführt. Er legte ein neues Kirchenbuch an, welches bis 1803 reicht, während das Bisherige seit 1642 geführte leider unleserlich geworden war.

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wird die Kirche Sankt Johannes vom Baumeister Bernhard Köthe neu erbaut, nachdem die alte, dem Einsturz drohende Kirche abgetragen worden war. Der alte Turm, der blieb erhalten, er wurde erst 1968 wegen Baufälligkeit abgetragen.

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wurde die Sankt Johannes Kirche am Johannistag eingeweiht und seitdem zu Ehren des Johannes alljährlich das Kirchweihfest gefeiert. Im Laufe der Jahre verlegte man das Fest auf den Herbst, wenn alle Feldarbeiten verrichtet waren.

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am 25.11. war die letzte Beerdigung auf dem Kirchfriedhof (an der Kirche)

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Da unser Ort in einer wasserarmen Gegend liegt und die Bewohner sehr unter dem Wassermangel zu leiden hatten, begannen Bergleute innerhalb von zwei Jahren einen Brunnen zu graben. Erst in 42 Meter Tiefe wurde Wasser gefunden. Der Wasserstand betrug durchschnittlich ca. 5,70 Meter.

Die Wassernot hatte nun ein Ende und aus Dankbarkeit feierte man seit 1848 im August das Brunnenfest, das bis heute zur längst erhaltenen Traditionsfeier des Ortes zählt.

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gründeten einige sangesfreudige Bürger unseres Ortes den Männergesangsverein „Harmonie“.

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wurde im Ort der Kriegerverein gegründet. 1933 feierte man das 60. Bestehen.

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sollen noch zwischen 75 bis 80 Handwebstühle in Betrieb gewesen sein. Die Webstühle hatten ihren Platz in der Wohnstube. In diesem Raum spielte sich auch das gesamte Familienleben ab.

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am 28.10. wird die Gemeindeschenke in der Nacht vom 1. zum 2. Kirmestag zum Raub der Flammen. Im darauf folgendem Jahr wieder aufgebaut.

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gründete sich ein Turnverein.

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am 06.April wurde der jetzige Friedhof am Horsmarschen Weg eingeweiht.

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im August brach der erste Weltkrieg aus. Der Krieg dauerte 4 Jahre. 61 männliche Personen wurden aus unserem Ort für den Wehrdienst einberufen. 16 Männer kehrten nicht wieder zurück.

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wurde eine neue Schule mit zwei Lehrerwohnungen gebaut. Die alte Schule, hinter der Kirche gelegen hielt den Anforderungen nicht mehr stand. Die alte Schule, hinter der Kirche gelegen hielt den Anforderungen nicht mehr stand. Der eine Klassenraum konnte die 70-90 Kinder, die in Eigenrode zur Schule gingen, nicht mehr aufnehmen.

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wird die Gemeinde laut Vertrag mit der Überlandzentrale ans Stromnetz angeschlossen und mit Elektroenergie versorgt. 15 Straßenlampen wurden installiert.

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wurde am 22.Mai das Kriegerdenkmal eingeweiht. Es wurde vom Bildhauer Hötzel aus Mühlhausen angefertigt.

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gründeten am 25. Januar einige Bewohner des Ortes den Radfahrverein „Brunhilde“. Auflösung soll im Jahr 1933 erfolgt sein.

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gab es im Ort vier Bäckereien und zwei Verkaufsstellen.

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gründete sich am 24.Mai der Mandolinenverein „Gut Klang“. Er soll sich wohl im Jahr 1933 wieder aufgelöst haben.

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wird die Gemeinde an das Obereichsfelder Wasserleitungsnetz angeschlossen. Mit dem Anschluss an das Wasserleitungsnetz wurden im Ort, im Abstand von ca. 100 Metern, Wasserhydranten aufgestellt, an denen die Feuerwehr ihre Schläuche anschließen konnten.

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Gründung des Schützenvereins; es wurde hinter der Gemeindeschenke auf dem Bettelmann ein Schützenhaus aus Holz gebaut. Geschossen wurde Richtung Mittelberg mit Scheibenbüchse auf einen Holzvogel im Abstand von 50 und 80 Metern. Mit Beginn des 2.Weltkrieges ruhte der Verein und wurde 1945 aufgelöst.

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Gründung des freiwilligen Feuerwehrvereins Horsmar, Dachrieden und Eigenrode.

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wurde am 3.November die Friedhofshalle am Horsmarschen Weg eingeweiht.

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wurde am 23.Januar die Große Glocke zu Kriegszwecken abgeholt und eingeschmolzen. 

Der 2. Weltkrieg forderte auch in Eigenrode seine Opfer. Im ersten Kriegsjahr trafen auch hier die Siegesnachrichten zahlreich ein, sodass des öfteren Siegesgeläut zu hören war. Leider häuften  sich bei fortlaufenden Kämpfen die Trauernachrichten über die Kriegsopfer immer mehr. So hörte man nunmehr den Klang der Sterbeglocke immer öfter.

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fuhren am 5. April gegen 10.00 Uhr die ersten amerikanischen Panzer hier in Richtung Sollstedt durch, ohne aber einen Schuss abzugeben.

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Es war wieder Zeit für sportliche Aktivitäten, so wurde der Turnverein „Frohsinn“ von Karl Weidner und Hubert Vogler neu aufgestellt und nannte sich nun BSG Traktor Eigenrode. Es entwickelte sich ein aktives Sportleben mit Fußball, Volleyball, Gymnastik und Tischtennis. 1958 übernahm Edwin Haase den Vorsitz.

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Seit diesem Jahr hat Eigenrode ein eigenes Wappen.

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wurde ein neues Bürgermeisterhaus in der Thomas Müntzer Straße gebaut welches bis 1991 genutzt wurde.

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wurde am 07.April die erste LPG gegründet.

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wurde der Kindergarten eröffnet.

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wurde an die Gemeindeschenke eine Kegelbahn gebaut. Viele Kegelfreunde, nicht nur aus Eigenrode, nutzten sie bis zum Jahr 2003 als sie geschlossen wurde.

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wurde der Eigenröder Carnevalclub ECC ins Leben gerufen. 53 Ehepaare traten bei.

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erbaute man im Garten der Gemeindeschenke einen Anbau (Festplatz), hauptsächlich in Eigenleistung der Bewohner.

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Achim und Veronika Bordel sind seit 01.Oktober Betreiber der Gaststätte zur Erholung.

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im August, zog die Gemeindeverwaltung mit Ortsbürgermeister vom Bürgermeisteramt am Jahnplatz in die ehemalige Schule in der Schulstraße 79 um.

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Übernahm Fritz Herbig von der LPG die Landwirtschaft in Eigenrode.

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Alle Häuser des Dorfes wurden an das Telefonnetz angeschlossen.

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im März, haben die Gemeinderäte der Ortsteile Ammern, Dachrieden, Eigenrode, Horsmar, Kaisershagen und Reiser zugestimmt, sich zu einer neuen Gemeinde zusammenzuschließen. Diese sollte den Namen „Unstruttal“ tragen.

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Gründete sich der Geselligkeitsverein „Eigenröder Meisen e.V.“, der sich aus dem Karnevalsverein und der Kirmesgemeinschaft zusammen setzte. 

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im Juni, stellte man neben den Sportplatz einen Container als Sporthäuschen auf.

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übernahm Falk Herzog am 22.Mai die Eigenröder Fritz Herwig GBR. Der neue Name der Landwirtschaft war nun ,,Eigenrode Agrar KG“.

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verabschiedete sich Pfarrer Dieter Niemann am 30.September nach 33 Jahren mit einem Dankgottesdienst in der Horsmarschen Kirche in den Ruhestand.

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wurde am 01.September mit dem Radwegbau von Eigenrode Richtung Eigenröder Warte begonnen.

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17.Juli - 100 Jahre Sportverein Frohsinn. Ein großes Sportfest mit Fußballturnier und gemütlichem Beisammensein wurde auf dem Sportplatz durchgeführt.

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Seit dem 17.November ist beschlossen, dass Eigenrode und Sollstedt der Pfarrstelle Rüdigershagen zugeordnet werden. Seit dem ist Pfarrer Christoph Rymatzki aus Rüdigershagen für unseren Ort zuständig.

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wurde am 03.Mai unser neuer Spielplatz eingeweiht, nachdem er vom alten Standort wegen  Verkaufs des Grundstückes weichen musste und in der Schulstraße einen neuen Platz fand. 

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schloss am 31.Mai aus finanziellen Gründen die Fa. Paulus das Behindertenheim und die Betriebsstätte. Viele der Heimbewohner waren bereits seit über 20 Jahren hier und sahen das Dorf als ihr Heimat an. Zuletzt waren es noch 19 Heimbewohner. Sie wurden nun auf unterschiedliche Unterkünfte verteilt. Die Betreuer wurden entlassen.

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wird seit Dezember durch die Jugendwerkstatt Nova GmbH Schönberg im Auftrag der Landesregierung eine „Clearingstelle“ (Erstaufnahmestelle) für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Eigenrode betrieben.

Das ehemalige Heim für betreutes Wohnen der Fa. Paulus ist also heute eine Clearingstelle, die mit bis zu 24 Plätzen Jugendlichen unter 18 Jahren zur Verfügung steht. Die Dauer des Clearingverfahren hängt von der aktuellen Situation des Jugendlichen und seines jeweiligen Bedarfs ab. Im Durchschnitt werden hierfür ein bis drei Monate angesetzt. Nach dieser Clearingphase geben die Mitarbeiter eine Empfehlung für die Nachfolgeeinrichtung an Jugendämter, die anschließend über entsprechende weiterführende Maßnahmen entscheiden.

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hat Eigenrode im August 264 Einwohner; die gleiche Anzahl wie im Jahr 1611. Zählt man die 24 Flüchtlingskinder, die derzeit im Heim wohnen, mit, kommen wir derzeit auf 288 Einwohner.

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am 26.01. bei einem Unfall starben ein Mann und eine Frau. Ihr Auto war in einer Kurve Ortseingang Eigenrode von Dachrieden her von der Fahrbahn abgekommen und gegen mehrere Bäume geprallt. Der 82. jährige Fahrer und seine 77-jährige Beifahrerin wurden im Wagen eingeklemmt, Der Mann erlag noch am Unfallort seinen schweren Verletzungen. Seine Mitfahrerin starb während der Fahrt ins Krankenhaus. 

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am 29.01. verabschiedete sich Pfarrer Rymatzki aus Rüdigershagen mit einem Gottesdienst aus unserer Gemeinde. Er übernimmt in Jena eine neue Gemeinde. Zu diesem Zeitpunkt steht für unsere Kirchengemeinde noch kein neuer Pfarrer fest.

Zur Chronik nun passend ein paar Eindrücke aus der Vergangenheit:

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